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I ♥ ProcessWire

Im diesjährigen Adventskalender der Webkrauts gibt es viele Themen, über die ich gern selbst geschrieben hätte. So hat Michael van Laar neulich mein neues Lieblings-CMS ProcessWire sehr umfassend vorgestellt.

Ich gehe im Folgenden nur auf die Aspekte von ProcessWire ein, die mich begeistern. Für einen generellen Einstieg in das CMS lest bitte zuerst Michaels Artikel.

Volle Freiheit

ProcessWire gibt – abgesehen von minimalen Beispieldaten, die nach der Installation schnell entfernt sind – nichts vor, sieht man einmal davon ab, dass es in PHP geschrieben ist und PHP als Template-Sprache verwendet. Aber, und das ist bei gar nicht wenigen CMS auf dem Markt durchaus anders, es zwingt seinen Benutzern (zumindest im Frontend) ansonsten nichts auf.

Es gibt keinerlei notwendige Dinge im Frontend-Markup, kein integriertes CSS-Framework und keine zwingend notwendige Javascript-Bibliothek, ohne die das halbe Frontend nicht korrekt funktioniert. Man kann eines der zahlreichen Module verwenden, um eine bestimmte Aufgabe zu erledigen, man kann aber genauso die entsprechende Funktionalität selbst integrieren – man hat also z.B. nicht die Wahl zwischen 3 angebotenen Lightbox-Modulen, sondern kann jedes beliebige Lightbox-Skript selbst integrieren.

Für mich gibt es nichts Schlimmeres, als wenn ein CMS mich zwingt, bestimmte Dinge auf eine bestimmte Art und Weise umzusetzen, weil es im CMS so vorgesehen ist. ProcessWire ist von Grund auf so angelegt, dass das nie notwendig sein wird. Ich halte das für eines der stärksten Argumente für dieses CMS, auch und gerade mit Blick auf zukünftige Webtechnologien.

jQuery für PHP

Javascript hat sich mir nie so richtig erschlossen. Ich beherrsche die Grundlagen, aber wirklich einen Zugang zu JS habe ich erst über die jQuery-Bibliothek gefunden, die vieles, was an nativem JS schmerzhaft ist, erträglicher macht.

Die ProcessWire-API ist angelehnt an jQuery, nur eben für PHP. Sie bietet Methoden, Selektoren, Chaining und Traversing – alles andere Dinge, die sehr ähnlich, zum Teil sogar exakt so wie in jQuery funktionieren. Und damit kann dann plötzlich sogar ein PHP-Stümper wie ich sich zum Beispiel „mal eben“ Code schreiben, der Dinge leistet, die ich in anderen CMS nur über Module realisieren könnte, die mir auch wieder Vorgaben aufdrücken würden – was im Übrigen ein idealer „Begleiter“ für die zuvor erwähnte Freiheit, Lösungen selbst zu implementieren, ist. Ich bin noch nie in einem CMS mit so wenigen Modulen ausgekommen wie in ProcessWire.

Mit Spaß arbeiten

Diese beiden Faktoren, aber auch andere Aspekte an ProcessWire und seiner extrem hilfsbereiten und dabei stets freundlichen Community aus Entwicklern und Benutzern, tragen dazu bei, dass ich sagen würde: Ich habe noch nie so viel Spaß an der Arbeit mit und in einem CMS gehabt. Und dank der Art und Weise, wie es umgesetzt wurde und gepflegt wird, habe ich keine Bedenken, dass das so bleiben wird.

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5 Kommentare

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Leonard Fischer

Leonard Fischer am :

Hallo, ich kann diesem (sehr gut geschriebenem) Beitrag nur zustimmen! ProcessWire ist ein tolles CMS, das sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene geeignet ist. Ich habe selbst bereits zwei Webseiten damit umgesetzt und freue mich schon auf die nächsten Projekte! Die API, Dokumentation und sehr freundliche Community haben mich schnell überzeugt!

Viele Grüße, Leo

Luis

Luis am :

Über einen Tweet von Michael her gefunden, schöner Artikel. Hoffentlich wird Pw allgemein bekannter, es ist ein Traum damit zu arbeiten.

Torsten

Torsten am :

Hm, also ich kann eure Begeisterung nicht so ganz teilen. Flexibilität ist eine gute Sache, aber wenn in einem modernen CMS noch nicht mal standardmäßig ein Formular-Generator dabei ist, sondern man ihn dazu kaufen muss (Form Builder 39 USD), dann sinkt bei mir schon die Laune. Klar könnte ich ein Kontaktformular selber basteln. Habe ich früher ja auch getan, mit Eingabeprüfung per JavaScript und zusätzlich (falls der Benutzer JavaScript abgeschaltet hat) per PHP.

Trotzdem verlange ich von einem CMS, dass die grundlegenden Dinge eben mitgeliefert werden. – Was fehlt noch? Eine Zeitsteuerung für Beiträge. Die Möglichkeit, ein Präfix für die Datenbank-Tabellen vorzugeben (gut, das ist dann unwichtig, wenn man genügend Datenbanken beim Hoster zur Verfügung hat). Und die Mehrsprachigkeit/Internationalisierung fand ich nur mittelmäßig gut umgesetzt. Aber das ist leider ein Schwachpunkt bei vielen CM-Systemen.

Ich gebe zu, dass ich mich vielleicht nicht intensiv genug mit ProcessWire auseinander gesetzt habe. Außerdem ist es ja relativ neu, da wird sicherlich noch weiterhin viel Entwicklungsarbeit hinein gesteckt.

Ich denke nur: wenn es um Flexibilität geht, da gibt es doch genügend gute, etablierte Systeme, die dabei noch einen großen vorgefertigten Funktionsumfang haben. Die lassen mir nicht alle Freiheiten der Welt, zugegeben, aber ich erreiche damit das, was ich will, mit relativ wenig eigenem Entwicklungsaufwand. Ich will jetzt nicht meine Favoriten aufzählen, denn das führt immer zu diesen albernen Diskussionen ähnlich denen, ob nun Linux oder Windows oder Mac besser sei.

Neugierig geworden auf ProcessWire bin ich aber nun doch noch einmal. Hab mir die aktuelle Version also noch mal herunter geladen und werde sie in der Testumgebung installieren.

Matthias Mees

Matthias Mees am :

Ich finde es auch etwas unglücklich, dass der Formulargenerator kostenpflichtig ist, andererseits habe ich ihn noch nie benötigt, denn so kompliziert ist es gerade mit ProcessWire nicht, einfache Formulare und ihre Verarbeitungslogik „von Hand“ zu bauen. Freie Software heißt nun mal nicht “free as in free beer”.

Zeitsteuerung für Beiträge gibt es als Modul. Datenbank-Präfixe sind so selten notwendig, dass ich mich noch nicht einmal mit der Frage befasst habe, ob und wie das bei PW ginge.

Internationalisiert ist ProcessWire, allerdings ist es noch nicht vollständig übersetzbar und die Verwaltung der Sprachdateien ist ein wenig umständlich. Es gibt gleich mehrere Wege, Seiten mit PW mehrsprachig umzusetzen, allerdings keinen wirklich bequemen ohne viel Handarbeit. Aber richtig – beides ist schwierig zu implementieren und es gibt eigentlich kein CMS, mit dem mehrsprachige Seiten wirklich eine Freude wären.

Torsten

Torsten am :

Na ja, das ist das Gute: Es gibt so furchtbare viele CM-Systeme, dass eigentlich für jeden Anwendungsbedarf eins dabei sein dürfte. Vollkommen sind sie alle nicht, da muss man sich eben entscheiden, welche Funktionen einem wichtig sind und welche weniger.

Wenn du den Open-Source-Gedanken ansprichst: Ich bin keiner von den Leuten, die immer alles kostenlos oder ohne Gegenleistung zu erbringen haben wollen. Ich bin bereit, für gute Software auch Geld zu bezahlen (im Rahmen meiner finanziellen Möglichkeiten). Oder auch mal einen Betrag zu spenden. Oder mich in der Art und Weise in einer Community zu engagieren, dass ich nicht nur Hilfe anfordere, sondern auch selber anderern Benutzern helfe. Diese „Ich will alles sofort, mühelos und umsonst“-Mentalität, die man oft antrifft, finde ich auch sehr abstoßend.

Es ist nur so, dass es sehr viele leistungsfähige Open-Source-CMSse am Markt gibt, sodass man neuere Entwicklungen eben auch an ihnen misst. Aber wie gesagt, ich schaue mir ProcessWire noch mal erneut an.

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