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Wie ich aus Versehen den Editor wechselte

Für jemanden wie mich, der zwar viel HTML und (S)CSS, aber eher selten JS und PHP schreibt (und wenn, dann kein sonderlich komplexes), wäre eine IDE kompletter Overkill. Was ich an Code schreibe, schreibe ich seit jeher im Texteditor – ganz am Anfang unter Linux war es emacs (behaltet Eure „Tolles Betriebssystem, aber der Editor taugt nichts“-Witzchen bitte für Euch), dann habe ich eine Weile Gedit verwendet, bis schließlich mit Sublime Text endlich ein Editor auch für Linux und Windows zur Verfügung stand, der mich komplett überzeugte. Das muss bereits 2011 gewesen sein, Ende 2012 schrieb ich zudem sehr verliebt im Adventskalender der Webkrauts über Sublime Text.

Sublime Text ist – was zumindest in der Linuxwelt eher ungewöhnlich ist – kostenpflichtig und wird (soweit ich weiß) von einem einzelnen Entwickler gepflegt und weiter entwickelt, auch wenn es immer schon sehr von der Erweiterbarkeit durch Zusatzpakete von Dritten gelebt hat. Es gab immer wieder Phasen in der Entwicklung, in denen scheinbar nichts passierte, der Autor ist auch nicht gerade ein Kommunikationswunder. Mich hat das nie sonderlich gestört; ich bin nicht unbedingt der Meinung, dass jedes Stück Software alle zwei Wochen aktualisiert werden muss. Aber natürlich habe ich mitbekommen, dass sich andere Sublime-Nutzer nach Alternativen umsehen.

Nur mal gucken, was es noch so gibt

Auffallend fand ich schon immer, dass viele dieser Alternativen optisch und funktional sehr nahe an Sublime Text sind, tatsächlich habe ich Atom mal als „Sublime-Kopie von GitHub“ bezeichnet. Das Killerfeature, was ihn (subjektiv für mich) ausreichend interessant macht, um mehr als nur „mal zu gucken, was es noch so gibt“, habe ich nie gesehen, aber mir war relativ schnell klar, dass ich im Bedarfsfall recht schmerzfrei wechseln könnte – was durchaus nicht von jedem Editor zum nächsten so ist. (Ich war so auf emacs „gepolt“, dass ich noch Monate später in anderen Programmen emacs-Tastaturkürzel anwenden wollte, weil sie ins Muskelgedächtnis eingebrannt waren.)

Irgendwann neulich™ habe ich Atom dann mal wieder „nur mal kurz ausprobiert“ und habe mich spontan so wohl im Interface gefühlt, dass ich beschlossen habe, ihn mal eine Woche lang zu nutzen, um zu gucken, ob und wie gut das funktioniert. Die Woche dauert bis heute an.

Aber warum endgültig wechseln?

Das kann ich relativ schnell an wenigen Punkten festmachen:

  • Bei Atom nutze ich weniger Drittpakete, zumindest für Dinge, die ich unbedingt benötige. Das meiste, was ich brauche, kann Atom (im Gegensatz zu Sublime Text) out-of-the-box, und das fühlt sich gut an.
  • Ich kann nicht recht den Finger drauf legen, was es genau ist, aber irgendetwas am User Interface von Atom fühlt sich für mich besser an. Was irritierend ist, weil wirklich viel sehr ähnlich ist.
  • Atom ist Open Source, und obwohl ich kein „fanatischer“ Open-Source-Nutzer bin, scheint seine Pflege mir mittel- bis langfristig doch gesicherter als bei einem Closed-Source-Projekt eines einzelnen Programmierers.
  • Obwohl mich die JSON-Konfiguration von Sublime nie gestört hat, muss ich zugeben, dass ein Konfigurationsinterface (mit der Option, Anpassungen über Code vorzunehmen) schon ganz angenehm ist.

Die einzigen Nachteile, den ich bisher ausmachen kann: Sublime Text startet schneller und ist erheblich performanter mit sehr großen Dateien. Mit letzteren habe ich selten zu tun und ersteres kann ich verschmerzen, zumal so ein Editor ja ohnehin immer irgendwie offen ist.

(Wie ich das Ding konfiguriert habe und welche Community-Pakete ich verwende lagere ich aus Platzgründen in einen zweiten Teil aus.)